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Autor: queerpaf

Mehr Glitzer, weniger Gestern!

Rückblick: „Mehr Glitzer, weniger Gestern!“ – Queer Pfaffenhofen zu Gast in München

Am Montag, den 09.02.2026, folgten wir der Einladung ins Lost Weekend Munich. Unter dem motivierenden Motto „Mehr Glitzer, weniger Gestern!“ stand der Abend ganz im Zeichen der kommenden Bürgermeister- und Stadtratswahl in der Landeshauptstadt – und wir waren mittendrin.

Für uns als Queer Pfaffenhofen e.V. war es eine großartige Gelegenheit, uns über die Stadtgrenzen hinaus zu vernetzen, mit engagierten queeren Politiker*innen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam ein starkes Zeichen für eine offene Gesellschaft zu setzen.

Es war ein Abend voller Energie, Inspiration und starker politischer Zeichen. Dass mit Claudia Roth eine der bedeutendsten Stimmen für Menschenrechte und queere Sichtbarkeit vor Ort war, verlieh der Veranstaltung eine ganz besondere Bedeutung. Für uns als Queer Pfaffenhofen e.V. bot dieser Termin die perfekte Gelegenheit, uns über die Stadtgrenzen hinaus zu vernetzen, mit engagierten queeren Politiker*innen ins Gespräch zu kommen und zu zeigen, dass wir gemeinsam für eine offene Gesellschaft einstehen.

Vernetzung und Unterstützung über die Grenzen hinweg

Ein zentrales Thema des Abends war natürlich die Zukunft Münchens. Wir hatten die Freude, uns intensiv mit Dominik Krause, dem Zweiten Bürgermeister von München, auszutauschen. Auch wenn wir als Pfaffenhofener Verein in München nicht stimmberechtigt sind, genießt Dominik unsere volle moralische Unterstützung. Sein authentischer Einsatz für die Community macht ihn für uns schon jetzt zum „Bürgaymeister der Herzen“ – wir drücken ihm für den weiteren Wahlkampf fest die Daumen!

Ebenso herzlich bedanken wir uns bei der fantastischen Vicky Voyage, die den Abend mit ihren scharfsinnigen Texten und einer Show der Extraklasse veredelt hat. Solche kulturellen Beiträge sind essenziell, um queere Themen mit Witz und Tiefgang in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.

Besonders gefreut haben wir uns zudem über die wertschätzenden Worte von Florian Siekmann zu unserer Arbeit in Pfaffenhofen. Wir nutzten die Bühne direkt, um die Werbetrommel für unseren nächsten großen Termin zu rühren: Markiert euch den 22.08.2026 fett im Kalender – wir freuen uns auf euch beim CSD in Pfaffenhofen!

© Nils Leon Brauer

Claudia Roth: Eine Kämpferin mit Herz, Verstand und Geschichte

Claudia Roth ist weit mehr als eine Politikerin – sie ist eine Institution für die Menschenrechte und ein unermüdliches Vorbild für die queere Community weltweit. Ihr Weg begann jedoch nicht im Parlament, sondern in der bayerischen und Berliner Kulturszene.

Nach ihrem Studium der Theaterwissenschaften arbeitete sie als Dramaturgin, bevor sie als Managerin der legendären Polit-Rockband Ton Steine Scherben um Rio Reiser Musikgeschichte schrieb. Diese Zeit prägte ihr tiefes Verständnis von Freiheit, unangepasster Kunst und dem mutigen Kampf gegen gesellschaftliche Ausgrenzung.
In ihrer politischen Laufbahn leistete sie wahre Pionierarbeit: Seit ihrem Eintritt bei den Grünen im Jahr 1987 hat sie queere Rechte konsequent in das Zentrum der Demokratiedebatte gerückt. Als langjährige Bundesvorsitzende der Grünen, Vizepräsidentin des Bundestages und heute als Staatsministerin für Kultur und Medien gibt sie der Community eine weithin sichtbare Stimme. Claudia Roth steht für eine Politik der Empathie und zeigt auch bei heftigem Gegenwind klare Kante gegen Diskriminierung. Ihr ehrlicher Einsatz inspiriert uns in unserer täglichen Vereinsarbeit in Pfaffenhofen jeden Tag aufs Neue.

Florian Siekmann: Starke Stimme für ein queeres Bayern

Mit Florian Siekmann durften wir einen Politiker erleben, der als Abgeordneter im Bayerischen Landtag eine neue, engagierte Generation repräsentiert. Florian setzt sich unermüdlich dafür ein, dass die Anliegen der Community nicht nur in den großen Metropolen wie München Gehör finden, sondern in ganz Bayern ankommen.

© Florian Siekmann

Sein politischer Fokus liegt dabei besonders auf der parlamentarischen Verankerung von Queer-Politik und der Förderung von Beratungs- und Schutzstrukturen im ländlichen Raum.
Er ist eine der treibenden Kräfte hinter dem bayerischen Aktionsplan „Queeres Bayern“ und kämpft leidenschaftlich für mehr Sicherheit und Sichtbarkeit. Für uns als regionalen Verein ist Florian ein wichtiger Verbündeter, da er die Brücke zwischen der großen Landespolitik und der wertvollen Basisarbeit vor Ort schlägt. Sein Besuch bei unserer Veranstaltung und sein Support für den CSD in Pfaffenhofen zeigen deutlich: Wir kämpfen gemeinsam für ein Bayern, in dem jeder Mensch sicher und willkommen ist.

Vicky Voyage & Dominik Krause: Glanz und Engagement für München

© Mathhew Lutze

Abgerundet wurde der Abend durch die fantastische Vicky Voyage, die mit ihrer erstklassigen Show bewiesen hat, dass Unterhaltung und politische Botschaften perfekt Hand in Hand gehen können. Ihre Texte sind nicht nur unterhaltsam, sondern ein wichtiges Werkzeug für die Sichtbarkeit queerer Kultur.

Ebenso beeindruckt hat uns Dominik Krause, der als Zweiter Bürgermeister von München zeigt, wie moderne, offene Stadtpolitik aussehen kann. Auch wenn wir ihn von Pfaffenhofen aus nicht direkt wählen können, ist sein Einsatz für die Landeshauptstadt ein Signal, das weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlt. Dominik verkörpert eine Politik, die nah an den Menschen ist und den Mut hat, neue Wege zu gehen – für uns ist er deshalb ganz klar der „Bürgaymeister der Herzen“.

© Andreas Gregor

Fazit des Abends: Der Abend hat gezeigt: Demokraten stehen zusammen! Wir nehmen viel Energie und neue Kontakte mit zurück in die Heimat und freuen uns darauf, den „Glitzer“ in unseren Alltag und die kommende politische Arbeit zu tragen.

„Ich bin Chris!“

Literatur, Musik und Mut: Ein bewegender Abend mit Sven Rühl im WortReich

Ein Abend, der unter die Haut ging: Am 22. November 2025 durften wir im Rahmen einer besonderen Kooperation zwischen Queer Pfaffenhofen e.V. und der Buchhandlung WortReich den Autor Sven Rühl bei uns begrüßen. Mit seinem Debütroman „Ich bin Chris!“ schlug er Brücken zwischen Literatur, Musik und der wichtigen Botschaft für mehr Akzeptanz.

Die Buchhandlung WortReich von Sarah Haberhauer in der Auenstraße bot den perfekten, gemütlichen Rahmen für diese Veranstaltung. Inmitten von Bücherregalen und einer Atmosphäre gelebter Gastfreundschaft fanden sich zahlreiche Gäste zusammen, um der Geschichte des 18-jährigen Chris zu lauschen.

„Ich bin Chris!“ – Mehr als nur eine Coming-of-Age-Story

Sven Rühl las aus seinem bewegenden Roman, der die Identitätssuche und das Coming-out eines jungen Mannes thematisiert. „Ich bin Chris!“ erzählt ehrlich und hoffnungsvoll vom inneren Chaos, der Angst vor Ablehnung, aber auch von den ersten großen Gefühlen. Dabei geht der Autor auch dahin, wo es weh tut: Er thematisiert Mobbing und die Einsamkeit, die viele Jugendliche in dieser Lebensphase verspüren.

Doch Sven Rühl schreibt nicht nur darüber – er handelt auch. Als Initiator der Kampagne #ichbingegenmobbing setzt er sich aktiv dafür ein, Tabus aufzubrechen. Sein Ziel ist es, Jugendlichen zu zeigen, dass sie mit ihren Ängsten nicht allein sind. Diese authentische Haltung war an diesem Abend in jedem seiner Worte spürbar.

Ein musikalisches Ausrufezeichen

Begleitet wurde die Lesung durch ein besonderes Highlight: Der Münchener Künstler Christian Deussen bereicherte den Abend mit seiner Musik. Mit seinem Mix aus Soulpop und modernen Klängen sowie Songs wie „Gut So!“ setzte er ein kraftvolles musikalisches Statement gegen Vorurteile. Die Kombination aus Svens Texten und Christians Stimme sorgte für Gänsehautmomente und unterstrich die Botschaft des Abends: „Du bist gut so, wie du bist.“

Lokal kaufen, Vielfalt fördern

Ein herzliches Dankeschön gilt Sarah Haberhauer und ihrem Team vom WortReich. Es ist uns ein großes Anliegen, unsere lokalen Buchhandlungen zu unterstützen. Orte wie das WortReich machen Pfaffenhofen lebendig – hier gibt es nicht nur persönliche Beratung, sondern auch Raum für kulturelle Begegnungen und wichtigen Austausch, wie dieser Abend eindrucksvoll bewiesen hat.

Wer das Buch „Ich bin Chris!“ oder weiteren Lesestoff sucht, wird dort garantiert fündig. Kauft lokal – so bleibt unsere Stadt vielfältig und lebendig!

Vielen Dank an Sven, Christian, Sarah und Harald und alle Gäste für diesen inspirierenden Abend!


Mehr erfahren & Unterstützen

📖 Buchhandlung WortReich

Inhaberin Sarah Haberhauer führt mit dem WortReich eine inhabergeführte Buchhandlung im Herzen von Pfaffenhofen. In der Auenstraße 4 schafft sie einen Ort der Begegnung, an dem individuelle Beratung und die Liebe zur Literatur großgeschrieben werden. Ein echter Heimathafen für alle Bücherwürmer und ein wichtiger Partner für unsere kulturelle Vielfalt. 👉 Zur Webseite von WortReich

✍️ Sven Rühl (Autor)

Sven Rühl ist Autor und Herzblut-Aktivist. Mit seinem Debütroman „Ich bin Chris!“ gibt er der queeren Coming-of-Age-Literatur eine neue, ehrliche Stimme. Als Initiator der Kampagne #ichbingegenmobbing nutzt er seine Reichweite, um Schulen und die Gesellschaft für das Thema Diskriminierung zu sensibilisieren und jungen Menschen Mut zu machen. 👉 Mehr über Sven auf svenschreibt.de

🎤 Christian Deussen (Musik)

Der Münchener Sänger Christian Deussen steht für modernen Pop mit Tiefgang. Mit seiner unverkennbaren Stimme und positiven Ausstrahlung ist er ein wichtiger Botschafter der LGBTQIA+-Community. Seine Songs, wie der Mutmacher-Hit „Gut So!“, sind ein Plädoyer für Selbstliebe und gelebte Authentizität. 👉 Hör mal rein auf christiandeussen.de

Max ist Marie

Sichtbarkeit und Akzeptanz: Rückblick auf die Ausstellung „Max ist Marie“

Vom 14. Mai bis zum 15. September 2025 verwandelten sich die Flure des Finanzamts Pfaffenhofen in einen Raum der Begegnung und Aufklärung. Mit der international beachteten Wanderausstellung „Max ist Marie“ holte Queer Pfaffenhofen e.V. ein eindrucksvolles Fotoprojekt in die Stadt, das Vorurteile abbauen und geschlechtliche Vielfalt sichtbar machen sollte.

Den feierlichen Auftakt bildete die Vernissage am 15. Mai. In den Räumlichkeiten des Finanzamts versammelten sich neben den anderen ausstellenden Künstler*innen auch unser Landrat Albert Gürtner sowie zahlreiche interessierte Bürger*innen. Begleitet von einer überaus stimmigen Klavieruntermalung, die der Veranstaltung einen würdevollen Rahmen verlieh, führten verschiedene Laudatios in die Thematik ein.

Eva Ehrensberger, die Leitung des Finanzamts, hieß die moderne Themenstellung in ihrer Behörde herzlich willkommen. Jirka Witschak vom Verein Katte e.V. aus Potsdam (http://katte.eu/), der uns diese bedeutsame Ausstellung zur Verfügung gestellt hatte, gab Einblicke in die überregionale Relevanz des Projekts. Weitere bewegende und richtungsweisende Worte sprachen Norbert und Bettina von Queer Pfaffenhofen sowie der Stadt- und Kreisrat Rainhard Haiplik (ÖDP).

Die Geschichte hinter den Bildern: Ein Projekt von Kathrin Stahl

Die Hamburger Fotografin Kathrin Stahl schuf mit „Max ist Marie – Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“ ein tief greifendes und sehr persönliches Text-Foto-Projekt. Den Anstoß gab das Outing ihres eigenen Kindes. Aus dem Wunsch heraus, trans* Menschen ein Gesicht zu geben und ihre alltägliche Realität jenseits von Klischees zu zeigen, reiste sie quer durch die Republik. Entstanden sind authentische, ungeschönte Porträts von transidenten Menschen unterschiedlichen Alters. Die eindringlichen Bilder, gepaart mit den ganz persönlichen Texten und Lebensgeschichten der Porträtierten, fordern die Gesellschaft auf, hinzusehen, zuzuhören und festgefahrene Denkmuster zu hinterfragen.

Großer Publikumsandrang und ein wichtiges Signal

Über die gesamten vier Monate hinweg erfreute sich die Ausstellung großer Beliebtheit und konnte während der regulären Öffnungszeiten des Finanzamts besichtigt werden. Ein besonderes Highlight war zudem die Sonderöffnung anlässlich der „Langen Nacht der Kunst und Musik“, die ein breites Publikum anzog und für viele bereichernde Gespräche sorgte.

Ein kleiner Wermutstropfen blieb jedoch: Obwohl wir im Vorfeld alle Schulen im Landkreis Pfaffenhofen persönlich eingeladen hatten, um dieses wichtige Thema beispielsweise im Unterricht aufzugreifen, blieb eine Resonanz von dieser Seite leider komplett aus. Das bestärkt uns in unserer Überzeugung, wie essenziell unsere kontinuierliche Aufklärungsarbeit auch in Zukunft ist.

Bericht in der Lokalpresse

Der Pfaffenhofener Kurier berichtete in einem ausführlichen Artikel über die Ausstellung.

👉 Hier geht es zum Artikel im Pfaffenhofener Kurier

Hinweis: Es handelt sich um einen PLUS-Artikel. Mit einem kostenpflichtigen Abo oder einer kostenlosen Registrierung beim Donaukurier (bis zu 5 Gratis-Artikel pro Monat) könnt ihr den Text vollständig lesen.

Wir danken dem Finanzamt Pfaffenhofen, dem Katte e.V. und allen Besucher*innen für einen Sommer, der unsere Stadt ein großes Stück bunter und offener gemacht hat.

Lichtermeer „Die Demokratie braucht DICH!“

Lichtermeer in PAF: Unsere Stimme für die Freiheit

Am Vorabend der Bundestagswahl haben wir gemeinsam mit dem Bündnis „Pfaffenhofen ist bunt“ ein leuchtendes Zeichen gesetzt. Rund 500 Menschen versammelten sich vor dem Rathaus, um mit einem Lichtermeer für Demokratie und Vielfalt einzustehen. Ein riesiges, leuchtendes Wahlkreuz vor dem Portal erinnerte uns alle daran: Demokratie braucht Demokraten – und jede Stimme zählt gegen den Rechtsruck.

Warum wir laut sein müssen

Unser Sprecher Norbert März fand in seiner Rede deutliche Worte. Er zitierte aus dem Programm der AfD und verdeutlichte, wie massiv wir als queere Community unter deren Politik leiden würden. Doch die Kritik galt nicht nur den Extremen: Auch konservative Bestrebungen, hart erkämpfte Rechte wieder einzuschränken, bereiten uns große Sorgen.

„Jetzt sind es erst wir – und wer kommt als Nächstes?“

Statt Rückschritt brauchen wir echten Schutz und Gleichberechtigung. Unter dem Motto „Wähl Liebe“ stehen wir solidarisch mit den 125.000 Menschen, die bundesweit gegen Hass und Hetze auf die Straße gegangen sind.

Generationenübergreifender Zusammenhalt

Das Lichtermeer lebte von der Solidarität zwischen den Generationen, die alle ein gemeinsames Ziel eint:

Historische Mahnung: Evi Müller (Pfaffenhofen ist bunt) schlug die Brücke zur Vergangenheit ihres Vaters, der als junger Soldat die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts miterlebte. Diese Erfahrung machte ihn zeitlebens zum Verfechter der Gleichbehandlung. Evi führt dieses Erbe fort, damit menschenverachtende Ideologien nie wieder als „normal“ verkauft werden.

Die „Omas gegen Rechts“: Brigitte Grimm betonte die Pflicht, für eine Gesellschaft voller Respekt und Freiheit einzustehen. Sie will nicht schweigend zusehen, wie Ausgrenzung wieder salonfähig wird, und mahnte, dass es historisch oft das Bürgertum war, das die Weichen für die Zukunft gestellt hat.

Musikalische Botschaft: Auch die Musik von Barbara Tanze („PAF ist bunt“) und Karin Hoisl-Schmidt („Ruck ma wieda zam“) ging unter die Haut. Ihre Lieder waren ein tiefbewegender Aufruf zum Dialog und ein entschlossenes „Nie wieder!“.

Unser Fazit

Der Abend endete symbolisch mit dem Verlesen zentraler Artikel des Grundgesetzes. Für uns ist klar: Demokratie beginnt im Alltag – durch respektvollen Dialog, das Eintreten gegen Hetze und die Teilnahme an der Wahl.

Ein riesiges Danke an alle Helfenden, die Ordner*innen, die Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr sowie die Stadtwerke. Ohne euch und die vielen Menschen auf dem Platz wäre dieses starke Signal nicht möglich gewesen!

LAG Pfaffenhofen

Großartige Neuigkeiten: Förderung für den CSD 2025 zugesagt!

„Die Welt ist bunt“ – unter diesem passenden Motto stand das jüngste Treffen der Leader-LAG Pfaffenhofen. Und für uns von Queer Pfaffenhofen gab es einen ganz besonderen Grund zur Freude: Unser Einsatz für Sichtbarkeit und Akzeptanz wird belohnt!

Am vergangenen Montag hat die Leader-LAG Pfaffenhofen, rund um Managerin Tina Schuler und Wolfgang Hagl, insgesamt 13 Bürgerengagement-Maßnahmen offiziell „den Segen erteilt“. Das Besondere an dieser Förderung? Sie erfolgt, wie Schuler betont, erfreulich „unbürokratisch“.

5.000 Euro für ein buntes Pfaffenhofen

Wir freuen uns riesig bekanntzugeben, dass Queer Pfaffenhofen eine Förderung in Höhe von 5.000 Euro zugesprochen wurde! Diese finanzielle Unterstützung fließt direkt in die Planung und Gestaltung des Christopher Street Day (CSD) 2025.

„Gegen Ausgrenzung und Hass, für Sichtbarkeit und Akzeptanz: Als Fest für alle Menschen ist der Christopher Street Day in Pfaffenhofen gedacht.“

Mit dieser großzügigen Zuweisung haben wir nun die Mittel, den CSD im kommenden Jahr besonders bunt strahlen zu lassen und ein starkes Zeichen für die gesamte Community und unsere Stadt zu setzen. Ein herzliches Dankeschön an das Team der Leader-LAG für das Vertrauen in unser Projekt!

Den vollständigen Bericht nachlesen

Der Pfaffenhofener Kurier hat ausführlich über die Vergabe der Fördergelder berichtet. Wer tiefer in die Details der verschiedenen Projekte eintauchen möchte, findet den Artikel unter folgendem Link:

👉 Hier geht es zum Artikel im Pfaffenhofener Kurier

Hinweis: Es handelt sich um einen PLUS-Artikel. Mit einem kostenpflichtigen Abo oder einer kostenlosen Registrierung beim Donaukurier (bis zu 5 Gratis-Artikel pro Monat) könnt ihr den Text vollständig lesen.

Gedenken in Dachau: Queere Häftlinge im Fokus

Ein bewegendes Zeichen gegen das Vergessen: Exklusive Führung in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Am 29. September 2024 begab sich eine beachtliche Gruppe auf eine ganz besondere und hochemotionale Reise in die Vergangenheit. Auf Einladung von Queer Pfaffenhofen e.V. versammelten sich insgesamt rund 30 Teilnehmer*innen in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Im Mittelpunkt stand ein Schicksal, das in der allgemeinen Geschichtsschreibung viel zu lange im Schatten stand: das der queeren Häftlinge.

Einzigartige Einblicke und Gänsehaut-Momente

Geleitet wurde die Führung von Patricia Prieto-Soto, die es verstand, die abstrakte Geschichte in greifbare, menschliche Schicksale zu übersetzen. Mit großer Empathie und tiefem Fachwissen brachte sie uns die Lebenswege queerer Häftlinge nahe. Es waren Momente, die für Gänsehaut sorgten – etwa als wir von dem unvorstellbaren Mut und dem oft im Verborgenen geleisteten Widerstand erfuhren, den diese Menschen trotz der grausamen Bedingungen aufbrachten.

Zum würdevollen Abschluss der Veranstaltung legte der Vorstand von Queer Pfaffenhofen e.V. einen Blumenkranz nieder. Damit gedachten wir der Opfer und gaben ein Versprechen für die Zukunft: Wir werden eure Geschichten weitertragen und uns weiterhin für eine Welt ohne Ausgrenzung einsetzen.


ℹ️ Hintergrund: Queere Häftlinge im Nationalsozialismus

Der „Rosa Winkel“

Im Konzentrationslager wurden Häftlinge durch ein System von Stoffabzeichen markiert. Männer, die aufgrund ihrer Homosexualität nach § 175 verfolgt wurden, mussten den „Rosa Winkel“ tragen. Sie standen in der Lagerhierarchie oft ganz unten und waren besonderer Grausamkeit durch das Wachpersonal, aber auch durch Mitgefangene ausgesetzt.

Die Situation in Dachau

Das KZ Dachau war ein Ort systematischer Verfolgung. Homosexuelle Männer wurden hier nicht nur inhaftiert, sondern auch Opfer medizinischer Experimente. Ihre Geschichten von Mut und Selbstbehauptung wurden erst Jahrzehnte später umfassend erforscht.

Verfolgung nach 1945

Ein besonders bitteres Kapitel der Geschichte: Mit der Befreiung der Lager endete das Leid für viele queere Menschen nicht. Während andere Opfergruppen entschädigt wurden, blieb der Paragraph 175 in der Bundesrepublik in seiner NS-Fassung bis 1969 bestehen. Viele Überlebende wurden nach 1945 erneut kriminalisiert. Eine offizielle Anerkennung als NS-Opfergruppe erfolgte erst sehr spät.


Ein Meilenstein für die Bildungsarbeit

Der Erfolg dieses Pilotprojekts spricht für sich: Die Gedenkstätte Dachau hat aufgrund der hohen Teilnehmerzahl und der Relevanz des Themas bereits signalisiert, die queere Führung fest in ihr Regelprogramm aufzunehmen. Wir sind stolz darauf, diesen Prozess gemeinsam angestoßen zu haben und damit einen dauerhaften Beitrag zur Sichtbarkeit queerer Verfolgungsgeschichte zu leisten.

Wir können jedem nur ans Herz legen, die Gedenkstätte zu besuchen und sich mit diesem Teil unserer Geschichte auseinanderzusetzen. Die neuen thematischen Führungen bieten eine unverzichtbare Perspektive für unsere heutige Gesellschaft und mahnen uns, täglich für Vielfalt und Toleranz einzustehen.

👉 Weitere Informationen zur KZ-Gedenkstätte Dachau

Wir danken Patricia Prieto-Soto und dem Team der Gedenkstätte für diese wegweisende Zusammenarbeit und die würdige Aufarbeitung unserer Geschichte.

Pink Sunday Ingolstadt

Unter dem Banner der Solidarität: Queer Pfaffenhofen e.V. beim Pink Sunday

Am 26. Mai 2024, getragen vom Geist des Mottos “Gemeinsam schaffen wir mehr”, machten sich die vier engagierten Mitglieder von Queer Pfaffenhofen e.V. auf den Weg nach Ingolstadt, um am ersten Pink Sunday teilzunehmen. Ihr Ziel: Sichtbarkeit zu erhöhen und den Verein über die Stadtgrenzen hinaus bekannt zu machen – und was wäre dafür ein besserer Ort als ein LGBTQIA+ Fest?

Ein historischer Tag auf dem Ingolstädter Volksfest

Zum ersten Mal fand der Pink Sunday auf dem Ingolstädter Volksfest statt, organisiert von Proud Events in Kooperation mit der Festzeltwirtin Michaela Kemper von der Lanzl Gastronomie GmbH. Ihre gemeinsamen Anstrengungen machten diesen Tag zu einem unvergesslichen Erfolg.

Informationsaustausch und Feier im Festzelt

Im Herzen des Festzelts präsentierte Queer Pfaffenhofen einen informativen Stand, an dem Besucher*innen die Möglichkeit hatten, sich über die vielfältigen Facetten der LGBTQIA+ Gemeinschaft zu informieren. Von bewegenden Coming-out-Geschichten bis hin zur Klärung von LGBTQIA+ Begrifflichkeiten – der Stand bot eine reiche Palette an Entdeckungen und war stets ein beliebter Anlaufpunkt.

Musikalische Highlights und ausgelassene Stimmung

DJ Bartho sorgte mit einer Auswahl an Partyhits für das perfekte “Warm-up” und heizte den Festzeltbesucher*innen ordentlich ein. Als Höhepunkt des Abends rockte die Partyband Mountain Crew die Bühne. Ihr spektakulärer Auftritt – teilweise mit nacktem Oberkörpern und Lederhosen spielten sie  Hit um Hit – ließ das Zelt vor Begeisterung erbeben.

Engagement für Sichtbarkeit und Sicherheit

Doch es ging nicht nur um Feierlaune. Norbert, Claudio, Pascal und Andreas führten am Infostand nicht nur gute Gespräche mit anderen Organisationen, sondern durchquerten auch mit einem Bauchladen die Menge, um ein starkes Zeichen für Sichtbarkeit zu setzen. Sie verteilten zahlreiche Broschüren, Flyer und Informationsmaterialien. Zusammen mit der Aidshilfe wurden auch Kondome verteilt, denn das Thema

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